Es gibt eine Alternative zu den Gestaltungsplänen Thurgauerstrasse!

Nachdem die zuständige Kommission fast anderthalb Jahre darüber gebrütet hat, hat am 3. Juli der Gemeinderat die Gestaltungspläne Thurgauerstrasse zurückgewiesen. 75 GemeinderätInnen haben für die Rückweisung an die Kommission, 46 Gemeinde- rätInnen für die Rückweisung an den Stadtrat gestimmt. Der Antrag „keine Rückweisung“ erhielt 0 Stimmen. Ein klares Ergebnis. Neben fast einem Dutzend Begleitvorstössen umfassen die Änderungsanträge an den Gestaltungsplänen weitere 10 Seiten. Die Fraktionserklärungen bringen die Unzufriedenheit mit der Vorlage deutlich zum Ausdruck.

Als Hauptargument, die Vorlage „nur“ an die Kommission und nicht an den Stadtrat zurückzuweisen, wurden „jahrelange Verzögerungen um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte“ angeführt. Blenden wir zurück: Im Februar 2014, d.h. vor etwas mehr als fünf Jahren, wurde die Testplanung für das Areal Thurgauerstrasse gestartet. Der Schlussbericht lag im Mai 2015 vor. Im Oktober 2016 wurden die Gestaltungspläne öffentlich aufgelegt. Diese wurden im März 2018 dem Gemeinderat zur Behandlung überwiesen, welcher am 3. Juli 2019 ein erstes Mal darüber befunden hat. Insgesamt hat der Prozess bis jetzt also gut 5 Jahre (60 Monate) gedauert. Rund 30 Monate wurden aufgewendet für die Bearbeitung der über 200 Einwendungen (Januar 2017 bis März 2018). Etwa gleich viel Zeit hat die Beratung in der Kommission in Anspruch genommen. In anderen Worten: Wäre von Anfang an ein mehrheitsfähiges, mit der Anwohnerschaft und möglichen Bauträgern abgesprochenes Projekt vorgelegt worden, wäre das Ziel in der Hälfte der Zeit erreichbar gewesen.

Selbst wenn sich die GemeinderätInnen in wenigen Monaten zu einem Entscheid durchringen, müssen die zahlreichen Anpassungen und Begleitvorstösse in die Vorlage eingearbeitet werden. Dies wird mindestens 12 Monate in Anspruch nehmen. Falls es anschliessend zu Rekursen kommt, ist nochmals mit mehreren Jahren Verzögerungen zu rechnen. Noch nicht eingerechnet ist die Verzögerung, die durch ein Referendum gegen den Gemeinderatsbeschluss entstehen wird.

Wird stattdessen – wie im Antrag von AL und SVP zur Rückweisung an den Stadtrat gefordert – die in den letzten Jahren erworbenen Kenntnisse optimal einsetzen sowie die so genannte „rote Skizze“ von Prof. J. Sulzer (früher Stadtplaner in Bern) als Testplanung  für überarbeitete Gestaltungspläne verwenden, könnte das Vorhaben wesentlich beschleunigt werden. Es müsste keine neue Testplanung erfolgen. Weil die „rote Skizze“ breite Unterstützung bei Bauträgern und AnwohnerInnen geniesst, wird der Aufwand für die Bearbeitung von Einwendungen deutlich reduziert – wenn es überhaupt noch Einwendungen gibt. Demzufolge kann auch die Beratung in der Gemeinderats- kommission in wesentlich kürzerer Frist erfolgen. Zudem ist der Umfang der Aufgabe deutlich reduziert, denn die Zonenplanänderung ist genehmigt und die Gestaltungspläne für Schulhaus und Park sind unbestritten. Die Überarbeitung der vom Gemeinderat an die Kommission zurückgewiesenen Vorlage vermutlich länger dauern und sicher ein Flickwerk bleiben, als die Ausarbeitung eines neuen Gestaltungsplans. Die Ausgangslage hierfür ist zur Zeit auch deshalb denkbar günstig, weil die AnwohnerInnen an einem ersten Workshop zur Quartierentwicklung eindrücklich demonstriert haben, dass sie nicht nur willens sondern auch fähig sind, den Entwicklungsprozess konstruktiv mitzugestalten.

Die „rote Skizze“ (die mittlerweile auch als konkreter Plan vorliegt) ermöglicht die Errichtung von 700 Wohneinheiten allein auf dem Areal Thurgauerstrasse West. Er stellt sicher, dass sich das gesamte Grubenackerquartier langfristig in Etappen organisch entwickeln kann und Wohnraum für weitere rund 500 Personen geschaffen werden kann. Dabei nehmen die sorgfältige Gestaltung der Aussenräume und deren Vernetzung mit der Umgebung einen hohen Stellenwert ein. Die „rote Skizze“ schafft zudem die Voraussetzungen für eine hohe Wohnqualität, eine zweckmässige Erschliessung sowie eine bedarfsgerechte vielfältige Nutzung.

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1. Juni 2019: Erster Quartiertreff

Ideen zur künftigen Nutzung des neuen Quartiertreffs sammeln und ein intensiver Austausch zu den Themen des Quartierentwicklungsworkshops vom 17. Juni mit Vertretern der Stadt – das waren die beiden Hauptthemen nebst dem gemütlichen Zusammensitzen, grillen, essen und spielen am ersten Quartiertreff am ehemaligen Schützenhaus Grubenacker. Die WBG Grubenacker hatte dazu eingeladen – etwa 40 QuartierbewohnerInnen sind gekommen. Ermuntert durch den grossen Zuspruch werden die VeranstalterInnen den Treff im ehemaligen Schützenhaus als nächstes am 6. Juli und am 24. August öffnen.

Hier die erste Ideensammlung für das ehemalige Schützenhaus (wird an den kommenden Quartiertreffs laufend ergänzt):

 

Hier findet Ihr einige Hintergrundinformationen zum Workshop vom 17. Juni 2019.

 

Das alte Schützenhaus im Grubenacker wird Quartiertreff

Die Wohnbaugenossenschaft Grubenacker und der Familiengartenverein Seebach haben vereinbart, das alte Schützenhaus neu auch als Treffpunkt für die Quartierbevölkerung zu nutzen. Bisher dient es vor allem als Treffpunkt für die Familiengärtner und einige Vereine aus Seebach sowie als Lager. Die Genossenschaft beabsichtigt, das Schützenhaus im Hinblick auf die anstehenden Veränderungen im Quartier zu übernehmen. Sie möchte daraus ein vielfältig nutzbares “Mikrozentrum” gestalten. Kurzfristig geht es darum, einen Treffpunkt für Nachbarschaftsanlässe zu schaffen. Den Quartierbewohnenden fehlt ein solcher Ort bisher. Das alte Schützenhaus soll diese Lücke schliessen.

Der Verkauf des Schützenhauses ist auch für den Familiengartenverein ein Gewinn. Der Erlös ist ein willkommener Zustupf für den Bau eines Lagerschopfs auf dem neuen Areal. Weiter können sie Treffpunkt und Lager weiter benutzen, bis die letzten Gärten den neuen Wohngebäuden weichen müssen. Dies als Zeichen der gut funktionierenden Nachbarschaft und Solidarität im Grubenacker-Quartier.

Bei der Auflage der öffentlichen Gestaltungspläne “Thurgauerstrasse West” haben sich mehrere Organisationen aus Seebach für den Erhalt des alten Schützenhauses eingesetzt. Die Einwendungen wurden berücksichtigt. Als Folge wurden im Wettbewerb für den Quartierpark der Erhalt des Schützenhauses einbezogen. Die WBG Grubenacker teilt die Auffassung aus dem Wettbewerbsbericht zum Quartierpark, dass das alte Schützenhaus das Potential zu einem Identitätsträger hat. Mit ihrem Engagement leistet die WBG einen Beitrag, das Gebäude zu einem Katalysator für die bevorstehende Entwicklung der unmittelbaren Nachbarschaft werden zu lassen. Oder um es mit den Begriffen des Siegerprojekts auszudrücken: “Das alte Schützenhaus funktioniert als sozialer Motor” der Quartierentwicklung. Das Siegerprojekt basiert auf dem Schützenhaus als Ausgangspunkt für die Moderation der partizipativen und schrittweisen Parkentwicklung. Mit der Übernahme der Trägerschaft für den Betrieb des Schützenhauses verschafft die WBG Grubenacker dem Projekt frühzeitig eine solide lokale Verankerung in der bestehenden Nachbarschaft.

Nachdem die beiden Vorstände auf entsprechende Vorverträge geeinigt haben, geht es darum, mit der Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich den Übertrag des bestehenden Pachtvertrags zu verhandeln.

Mir wänd, dass es guet chunnt

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Im Verlauf der vergangenen Wochen haben die Nachbarn im Grubenacker an Fassaden und Gartenzäunen gegen 100 Fahnen mit der Aufschrift “Mir wänd dass es guet chunnt” befestigt. Damit bringen sie zum Ausdruck, dass ihnen bei der weiteren Entwicklung der Nachbarschaft die Lebensqualität wichtiger ist als die Maximierung der Anzahl Wohneinheiten. Mit den Fahnen machen sie sichtbar, dass sie sich für eine qualitätsvolle Verdichtung einsetzen, welche die unmittelbare Umgebung in die Planung einbezieht. Der Gestaltungsplan Thurgauerstrasse-West führt zu einem Aufwertungsdruck im ganzen Gebiet. Um diesem Druck zu begegnen, haben sich einige Grundeigentümer in einer Genossenschaft organisiert. Indem sie bei Handänderungen ihre Liegenschaft bevorzugt ihrer Genossenschaft zum Erwerb anbieten, wollen sie unter anderem der Bodenpreissteigerung infolge der Aufwertung entgegenwirken. Damit leisten sie einen aktiven Beitrag gegen die absehbare Gentrifzierung.

Die Anwohnenden verstehen die Aktion auch als Signal an den Gemeinderat und die zuständige Kommission, die diese Gestaltungspläne seit bald einem Jahr berät. Mit den Fahnen weisen sie darauf hin, dass eine langfristige Planung für die städtischen und privaten Grundstücke mehr ist als die Summe von zwei Einzelteilen. Die aktuell vorliegenden Planungen sind eine Ansammlung von nicht aufeinander abgestimmten Einzelmassnahmen, die in erster Linie von Sachzwängen getrieben sind. Noch nicht genehmigt sind zwei Zonenplanänderungen. Eine davon, die Umzonung von der Freihaltezone in die Zone für öffentliche Bauten wurde zwischenzeitlich vom Kanton gestoppt. Ebenfalls nicht entschieden ist über die zwei separaten Gestaltungspläne, welche sich gegenseitig bedingen und zu denen mittlerweile mehr als ein halbes Dutzend Vorstösse aus dem Gemeinderat vorliegen. Trotz Rekursen von über 50 Anwohnenden wurde eine Änderung der Verkehrvorschriften umgesetzt, welche die Zielen des Gestaltungsplanes unterläuft. Ende Februar hat der Gemeinderat dem Erwerb einer Liegenschaft zugestimmt. Der Stadtrat begründet den deutlich überhöhten Preis mit der Arrondierung des städtischen Grundbesitzes. Was in der Nachbarschaft von diesem Entscheid bleibt, sind die deutlich gestiegenen Bodenpreise. So wird es für eine private Genossenschaft extrem herausfordernd, preisgünstigen Wohnraum bereitzustellen. Und neuerdings möchte Grün Stadt Zürich mit den Miteigentümern über die Abtretung eines Teils der Steffenstrasse diskutieren. Es ist also höchste Zeit, für das Gebiet zwischen Thurgauerstrasse, Chatzenbach, der Bahnlinie und der Eisfeldstrasse eine planerische Gesamtschau vorzunehmen. Dies bietet die für Zürich einmalige Chance, auf rund 15 Hektaren langfristig eine urbane Wohnlandschaft zu gestalten. Darauf finden zwei bis drei weitere in jeder Hinsicht nachhaltig aufgebaute Nachbarschaften Platz. Zu den auf dem Areal Thurgauerstrasse vorgesehenen etwa 800 Wohneinheiten könnten mindestens nochmals 300 dazukommen ohne die jetzt dort lebenden Menschen zu verdrängen. Die neuen Wohneinheiten könnten so gleichmässiger auf das ganze Gebiet verteilt werden. In der vorliegenden Planung ist auf dem Areal Thurgauerstrasse eine Ausnützung von gegen 300% vorgesehen, im bestehenden Teil des Grubenackers ist die Ausnützung gegenwärtig 30% und kann bis maximal 90% erhöht werden. Dies führt entlang der Grubenackerstrasse zu einem extremen Sprung in der Bebauungsdichte. Die Anwohnenden schlagen vor, anstelle dieser Bruchlinie die Grubenackerstrasse unter Beibehaltung der bestehenden Wiesen und Baumbestände als breites Nachbarschaftsband zu gestalten. Bereits heute ist die Grubenackerstrasse ein wichtiger Nachbarschaftstreffpunkt und hat vor allem im Sommer das Flair eines mediterranen Corso. Mit ihrer Aktion machen die Menschen im Grubenacker auch sichtbar, dass sie bevorzugen, an der ganzheitlichen Planung mitzuwirken als die Planung mittels langwierigen Rechtsverfahren zu verzögern. Auch das gehört für sie dazu, dass es gut kommt.

Mit der Fahnenaktion drücken die Nachbarn das Bestreben nach einem ganzheitlich geplanten, lebenswerten Grubenacker in der ganzen Nachbarschaft aus. Sie zeigen, wie viele Menschen die solidarische Entwicklung im Sinne des Manifests für die Entwicklung des Grubenackers unterstützen.

 

 

Keine Hochhäuser am Hardturm – Nach wie vor fünf an der Thurgauerstrasse

Gestern Donnerstagabend (30. August 2018) haben Mitglieder aus der Kerngruppe der IG Grubenacker ein rundes Dutzend Gemeinderätinnen und Gemeinderäte – vorwiegend Mitglieder der Hochbaukommission – über ihre Anliegen zur nachhaltigen Entwicklung des Grubenackerquartiers und ihre Vorschläge zu den Gestaltungsplänen „Thurgauer-strasse West“ informiert. Ebenfalls dabei waren rund 40 EinwohnerInnen aus dem Quartier. Sie haben damit einmal mehr eindrücklich zum Ausdruck gebracht, dass die EinwohnerInnen des Grubenackers geschlossen hinter ihren Anliegen stehen, die kurz zusammengefasst sind:

  • Ein städtebauliches Konzept, welches das ganze Gebiet zwischen Thurgauerstrasse und Bahnlinie umfasst inklusive einer Verkehrsplanung, welche den Auswirkungen des Gestaltungsplanes auf die umliegenden Gebiete Rechnung trägt.
  • Verzicht auf die geplanten Hochhäuser und massive Reduktion der Ausnützungsziffer.
  • Schaffen eines „Community Strip“ entlang der Grubenackerstrasse als vielseitig nutzbaren Freiraum zur Begegnung für die Einwohner der neuen und der bestehenden Wohngebäude.
  • Umsetzung des Leitbilds Ökologie / Vernetzung” der Stadt Zürich für das Entwicklungsgebiet Leutschenbach.
  • Zeitgemässe Partizipation für die Quartierbevölkerung.

Im Hinblick auf die Information der Mitglieder der Hochbaukommission hat die Kerngruppe der IG das Manifest zur nachhaltigen Entwicklung des Grubenackers ergänzt und erweitert. Hier sind die Anliegen ausführlich dargestellt.

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Interessierte ZuhörerInnen beim Thema Freiräume und Natur

Nicht nur die ParlamentarierInnen hatten Fragen an die QuartiervertreterInnen. Aus dem Publikum war eine der brennenden Fragen an die SP-VertreterInnen, wie es nach der Lancierung der Initiative gegen die Hochhäuser am Hardturm mit den geplanten Hochhäusern an der Thurgauerstrasse weitergeht. Unterstützt die SP auch hier einen Verzicht? Enttäuscht wurde, wer einen einigermassen roten Faden in der Haltung der SP erwartet hat. Gemeinderat Florian Blättler: „Wir werden jeden Fall einzeln prüfen“. Statt zur Hochhausthematik klar Stellung zu beziehen oder wenigstens die Diskussion darüber zu führen, wie und wohin sich Zürich städtebaulich entwickeln soll (wie übrigens auch von Felix E. Müller in der NZZ am Sonntag vom 25.08.2018  vorgeschlagen), wird opportunistisch weitergeplant. Damit ist die Beliebigkeit vorprogrammiert: Ein Hochhaus da – Keines dort.

Damit ist das Ungemach vorprogrammiert. Seitens der SP ist also bezüglich eines Verzichts auf die Hochhäuser an der Thurgauerstrasse vorderhand keine Unterstützung zu erwarten.

Der Einsatz für einen nachhaltigen Grubenacker zündet eine weitere Stufe – NachbarInnen beabsichtigen eine Wohnbaugenossenschaft zu gründen

Seit Beginn der Testplanung für das Areal “Thurgauerstrasse West” fordern die EinwohnerInnen des Grubenackers, dass die Entwicklung von Bauten, Infrastruktur und Freiraum im ganzen Gebiet – d.h. im Gestaltungsplangebiet und der bestehenden Nachbarschaft – gleichzeitig geplant werden soll. Gleichzeitig haben sie von Anfang an ihren Willen ausgedrückt, aktiv an diesem Planungsprozess mitzuwirken. Zwischenzeitlich hat das Hochbaudepartement die Gestaltungspläne überarbeitet und als Weisung dem Gemeinderat zur Genehmigung zugestellt. Die überarbeiteten Gestaltungspläne nehmen den Impuls aus dem Quartier für ein Miteinander in der Planung mit keiner Silbe auf. Sie betonen unverändert das Nebeneinander von einem neuen „Stadtteil“ auf dem Gestaltungsplangebiet und der bestehenden Nachbarschaft. Lediglich der Übergang an der Nahtstelle wird etwas verträglicher gestaltet. Die Einwohner der Nachbarschaft sind überzeugt, dass damit die angestrebte Integration und Durchmischung scheitern wird. Um ihren Anliegen ein noch stärkeres Gewicht zu geben, gründen die NachbarInnen die Wohnbaugenossenschaft Grubenacker. Sie wird sich im Verbund mit anderen Genossenschaften in den weiteren Planungsprozess einbringen und aktiv an der Gestaltung des Areals Thurgauerstrasse West beteiligen. Weiter soll sie interessierten Grundeigentümern als Institution für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Nachbarschaft dienen. Nachhaltig heisst auch, dass bei der Planung besser auf die Umgebung geachtet wird, so wie das eine kürzlich erschienene Publikation aus Architektur-Kreisen fordert. Damit wollen sie den Grundcharakter ihrer Nachbarschaft erhalten.

Argumente für die Gründung der WBG Grubenacker:

Die NachbarInnen belegen mit der Gründung einer WBG, dass sie nicht gegen den gemeinnützigen Wohnungsbau an sich sind, sondern im Sinn einer vorausschauenden und nachhaltigen Entwicklung einen Beitrag dazu leisten möchten. Sie drücken damit auch aus, dass sie keinen Graben zwischen den “schlechten, weil profitgierigen” Privateigentümern und den “guten, weil gemeinnützigen” Wohnbaugenossenschaften wollen.

Die WBG Grubenacker und damit die AnwohnerInnen können Projekte auf den Baufeldern im Gestaltungsplanperimeter einreichen, die auf einem Konzept basieren, das verträglich ist mit dem bestehenden Quartier.

Die Mitgliedschaft im Regionalverbandes Zürich von Wohnbaugenossenschaften Schweiz bietet die Möglichkeit zu weiterer Vernetzung und Unterstützung im Hinblick auf unseren Einsatz für eine verträgliche Entwicklung im Grubenackerquartier.

Die QuartierbewohnerInnen wollen nicht, dass ihr Wohnumfeld zwischen Hochhäusern und Bahndamm eingeklemmt werden. Dies vermindert die Wohnhygiene und als Folge die Bereitschaft, individuell in den weiteren Unterhalt der Gebäude zu investieren. Auf lange Frist besteht so das Risiko der Verödung des Quartiers, was die Lebensqualität weiter reduziert und die bestehenden Liegenschaften entwertet.

Genau so wenig haben die NachbarInnen ein Interesse daran, dass bei allfälligen Handänderungen Spekulationsgeschäfte stattfinden. Die absehbare Folge davon wäre eine unkoordinierte und unharmonische bauliche Entwicklung sprich ein architektonisches Durcheinander und/oder eine aufgrund von Einsprachen blockierte Entwicklung. Auch diese Konflikte würden zu einem Wertverlust der Liegenschaften führen. Das koordinierte, genossenschaftlich organisierte Vorgehen ist eine traditionelle, zweckmässige und sinnvolle Alternative. Zudem kann auf diese Weise die im Quartier verankerte Selbstbestimmung und Solidarität erhalten werden. Eine WBG ist daher neben dem sozialen Aspekt eine gute Form, den Grundstückwert langfristig zu erhalten.

Was im Rütihof geht, soll im Grubenacker nicht gehen? – Manifest für die nachhaltige Entwicklung unserer Nachbarschaft

Nach der Lektüre des Züri Nord vom vergangenen Donnerstag (20. Juni 2018) wird sich manchEr EinwohnerIn des Grubeackers ungläubig die Augen gerieben haben. Da berichtet Pia Meier von einem Neuanfang für den Rütihof (dort wo der Ringling geplant war). In Workshops haben Quartierbevölkerung, Baugenossenschaften und die Stadt zehn städtebauliche und stadträumliche Grundsätze ausgearbeitet. Der Bericht ist hier zu finden.

In den Einwendungen zum Gestaltungsplan Thurgauerstrasse, in einer von über 500 Personen unterschriebenen Petition an den Gemeinderat und am runden Tisch vom Juni 2017 haben die EinwohnerInnen des Grubenackers ein solches Vorgehen für ihre Nachbarschaft gefordert. Bisher erfolglos. Mitte März hat der Stadtrat die geringfügig überarbeiteten Gestaltungspläne dem Gemeinderat überwiesen. Rund 20 NachbarInnen haben diese Weisung in 4 Arbeitsgruppen analysiert. Die wichtigsten Befunde sind in einem Manifest (Manifest_Grubenacker_v02) zusammengefasst. Das Dokument liegt der zuständigen Spezialkommission des Gemeinderats und der Presse vor. Es ist zu hoffen, dass die Anliegen endlich ernst genommen werden – insbesondere jenes nach stärkerem Einbezug der Nachbarschaft.

Weitere Unterlagen sind hier zu finden.