29.11.2020: Ein grauer Sonntag, aber wir bleiben dran!

Es war in jeder Hinsicht ein grauer Nachmittag am 29. November 2020: Erneut ging eine Abstimmung für eine lebenswertere Stadtplanung verloren. Das Resultat schmerzt uns alle einmal mehr, die wir uns mit Herzblut und Sachverstand für eine lebenswerte Entwicklung Zürichs engagieren. Hoffnung machen jene 40.2% der Stimmenden, die die Einwände der Wohnbaugenossen-schaften sowie Anwohnerinnen und Anwohner gehört haben.Wie der Gestaltungsplan dereinst realisiert wird, ist in vielerlei Hinsicht offen. Ist es wirklich der „zu weit gestrickte Pullover“ oder setzen sich in den Wettbewerben jene Projekte durch, die den möglichen Spielraum voll ausnutzen? Genügt der Plan den gültigen Lärmvorschriften und der veränderten Gerichtspraxis? Ist eine so grosse Anzahl gemeinnützige Wohnungen in den Hochhäusern wirklich finanzierbar? Schon heute ist in der NZZ zu lesen „es muss ja nicht alles gebaut werden, was vom Gestaltungsplan her möglich ist“.

Zukünftiges Engagement – selbstverständlich!

Während der Abstimmungskampagne wurden zahlreiche Zusicherungen geäussert unter anderem zum Einbezug der künftigen Bauträger und der bestehenden Siedlung. Adi Kälin schreibt heute in der NZZ: „Man wird darauf achten müssen, dass diese Versprechen auch eingehalten werden“. Die IG Grubenacker wird sich weiterhin konstruktiv für die Entwicklung eines attraktiven Quartiers einsetzen. Und die im Quartier gut verankerte Wohnbaugenossenschaft wird in den weiteren Schritten, z.B. bei der Bewerbung um Baurechte, eine aktive Rolle einnehmen.

40.2% Nein sind ein Erfolg!

Abstimmungen zu Wohnprojekten gehen in Zürich üblicherweise mit viel höheren Ja-Stimmen-Anteilen durch. Offensichtlich konnten wir mit unserer Kampagne glaubwürdig aufzeigen, dass Verdichtungsprojekte nur dann gelingen können, wenn die davon betroffenen Menschen aktiv einbezogen werden. Die Diskussion über die Stadtplanung in Zürich geht weiter. Sie muss die hier lebenden Menschen mit all ihren Bedürfnissen ins Zentrum stellen. Die 40.2% Nein-Stimmen, bilden eine solide Basis für die anstehenden Diskussion von Hochhausrichtlinie und Siedlungsrichtplan. Das ist der Erfolg unserer Kampagne!

Solidarität über die Quartiergrenzen hinweg – Herzlichen Dank!

Die Kampagne wurde von der Solidarität aus allen Quartieren getragen. Um es etwas salopp auszudrücken: Die Thurgauerstrasse poppt in ganz Zürich auf. Ganz herzlichen Allen, die Geld gespendet, die Kampagne mitgestaltet, geflyert, plakatiert, auf social-media Kanälen gepostet, Leserbriefe geschrieben, Streitgespräche geführt, Testimonials abgegeben, mobilisiert und vieles mehr beigetragen haben!

Medienmitteilung des Referendumskomitees vom 29. November 2020

Stellungnahme von Gemeinderätin Andrea Leitner (Alternative Liste) vom 30. November 2020

Stellungnahme der Grünen vom 29. November 2020