Der Einsatz für ein nachhaltiges Grubenackerquartier zündet eine weitere Stufe – QuartierbewohnerInnen beabsichtigen eine Wohnbaugenossenschaft zu gründen

Seit Beginn der Testplanung für das Areal “Thurgauerstrasse West” fordern die EinwohnerInnen des Grubenackerquartiers, dass die Entwicklung von Bauten, Infrastruktur und Freiraum im ganzen Quartier – d.h. im Gestaltungsplangebiet und bestehenden Quartier – gleichzeitig geplant werden soll. Gleichzeitig haben sie von Anfang an ihren Willen ausgedrückt, aktiv an diesem Planungsprozess mitzuwirken. Zwischenzeitlich hat das Hochbaudepartement die Gestaltungspläne überarbeitet und als Weisung dem Gemeinderat zur Genehmigung zugestellt. Die überarbeiteten Gestaltungspläne nehmen den Impuls aus dem Quartier für ein Miteinander in der Planung mit keiner Silbe auf. Sie betonen unverändert das Nebeneinander von einem neuen Quartier auf dem Gestaltungsplangebiet und dem bestehenden Quartier. Lediglich der Übergang an der Nahtstelle wird etwas verträglicher gestaltet. Die Einwohner des bestehenden Quartiers sind überzeugt, dass damit die angestrebte Integration und Durchmischung im Quartier scheitern wird. Um ihren Anliegen ein noch stärkeres Gewicht zu geben, gründen die Quartierbewohner die Wohnbaugenossenschaft Grubenacker. Sie wird sich im Verbund mit anderen Genossenschaften in den weiteren Planungsprozess einbringen und aktiv an der Gestaltung des Areals Thurgauerstrasse West beteiligen. Weiter soll sie interessierten Grundeigentümern als Institution für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Quartiers dienen. Nachhaltig heisst auch, dass bei der Planung besser auf die Umgebung geachtet wird, so wie das eine kürzlich erschienene Publikation aus Architektur-Kreisen fordert. Damit wollen sie den Grundcharakter des Quartiers erhalten.

Argumente für die Gründung der WBG Grubenacker:

Die QuartierbewohnerInnen belegen mit der Gründung einer WBG, dass sie nicht gegen den gemeinnützigen Wohnungsbau an sich sind, sondern im Sinn einer vorausschauenden und nachhaltigen Quartierentwicklung einen Beitrag dazu leisten möchten. Sie drücken damit auch aus, dass sie keinen Graben zwischen den “schlechten, weil profitgierigen” Privateigentümern und den “guten, weil gemeinnützigen” Wohnbaugenossenschaften wollen.

Die WBG Grubenacker und damit die AnwohnerInnen können Projekte auf den Baufeldern im Gestaltungsplanperimeter einreichen, die auf einem Konzept basieren, das verträglich ist mit dem bestehenden Quartier.

Die Mitgliedschaft im Regionalverbandes Zürich von Wohnbaugenossenschaften Schweiz bietet die Möglichkeit zu weiterer Vernetzung und Unterstützung im Hinblick auf unseren Einsatz für eine verträgliche Entwicklung im Grubenackerquartier.

Die QuartierbewohnerInnen wollen nicht, dass ihr Wohnumfeld zwischen Hochhäusern und Bahndamm eingeklemmt werden. Dies vermindert die Wohnhygiene und als Folge die Bereitschaft, individuell in den weiteren Unterhalt der Gebäude zu investieren. Auf lange Frist besteht so das Risiko der Verödung des Quartiers, was die Lebensqualität weiter reduziert und die bestehenden Liegenschaften entwertet.

Genausowenig haben die QuartierbewohnerInnen ein Interesse daran, dass bei allfälligen Handänderungen Spekulationsgeschäfte stattfinden. Die absehbare Folge davon wäre eine unkoordinierte und unharmonische bauliche Entwicklung sprich ein architektonisches Durcheinander und/oder eine aufgrund von Einsprachen blockierte Entwicklung. Auch diese Konflikte würden zu einem Wertverlust der Liegenschaften führen. Das koordinierte, genossenschaftlich organisierte Vorgehen ist eine traditionelle, zweckmässige und sinnvolle Alternative. Zudem kann auf diese Weise die im Quartier verankerte Selbstbestimmung und Solidarität erhalten werden. Eine WBG ist daher neben dem sozialen Aspekt eine gute Form, den Grundstückwert langfristig zu erhalten.

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